Titanic – Blood and Steel (Originalversion)

Die Miniserie, die zum 100. Jahrestages des Untergangs der Titanic entstand, beschäftigt sich mit dem Bau des als unsinkbar geltenden Passagierschiffes.
Sie erzählt nicht nur die Geschichte vom Bau der Titanic, sondern auch die des Dr. Mark Muir (Kevin Zegers), der als Metallurg auf Empfehlung von J. P. Morgan (Chris Noth) nach Belfast zur Werft Harland and Wolff kommt, um beim Bau der Titanic zu helfen.
Mark ist jung und hofft viel bewegen zu können, doch seine innovativen Ideen sind teuer und so wird er immer wieder von den Verantwortlichen bei der Werft und der Reederei ausgebremst. Außerdem holt ihn seine Vergangenheit ein und droht seine Karriere zu zerstören.
Auch die Werftarbeiter und die Chefs der Werft schlagen sich mit einigen fundamentalen Problemen herum, denn Belfast ist eine Stadt, die durch religiöse und politische Konflikte kurz vor der Zerreißprobe steht.
Wird es Mark Muir und seinen Mitstreitern gelingen, ihren Weg zu finden?

Ich bin kein großer Fan von Verfilmungen der Titanic-Geschichte, den egal wie gut oder wie schlecht eine Verfilmung gemacht ist, ist das Ende der Geschichte doch immer dasselbe.

Diese Miniserie habe ich mir trotzdem angeschaut, weil ein paar Schauspieler, die ich sehr schätze mitspielen und weil ich gehofft hatte, dass die Macher die Serie rechtzeitig beenden, damit ich mich der Illusion hingeben kann, dass die lieb gewonnenen Figuren aus der Serie sicher und glücklich in Belfast in den Sonnenuntergang reiten – ob sich diese Hoffnung erfüllt hat, verrate ich nicht…

Kevin Zegers kannte ich bis jetzt nur ‚vom Sehen‘ und fand im Vorfeld, dass er ziemlich milchbubihaft rüberkommt. Aber in Kostüm und mit dem Bart, den er sich für die Serie zugelegt hat, war er in seiner Rolle als junger, begeisterungsfähiger Wissenschaftler, der an den sturen, gewinnorientierten Betonköpfen fast verzweifelt, schon glaubhaft.
Und sein jungenhaftes Aussehen half auch bei den manchmal leicht naiven Aktionen, die seine Figur manchmal ausführt.
Neve Campbell, mit der im Vorfeld sehr viel geworben wurde, spielt nur eine kleine Rolle, aber sie fügt sich gut in die Reihe der starken Frauen ein, die in der Serie eine große Rolle spielen.
Egal ob es um die italienisch-stämmige Sofia (Alessandra Mastronardi) geht, die ihren Traum von einem Universitätsstudium verwirklichen will und sich von ihrem Vater nicht zu einer Hochzeit drängen lässt, oder um ihre Freundin Emily (Denise Gough), die für bessere Arbeitsbedingungen kämpft und für ihre Überzeugung sogar ins Gefängnis geht, oder um die Aristokratentochter Kitty (Ophelia Lovibond), die sich gegen ihren strengen Vater durchsetzt, alle Frauenfiguren der Serie wissen, was sie wollen, sind bereit dafür zu kämpfen und tragen damit in weiten Teilen die Geschichte der Serie.

Bei den Männerrollen habe ich mich besonders über das Auftauchen von Liam Cunningham gefreut. Er ist nicht nur ein toller Schauspieler, sondern ich liebe es auch wenn sein irischer Akzent durchkommt und da konnte er sich als irischer Politiker dieses Mal so richtig austoben.
Am meisten überrascht haben mich Derek Jacobi als Lord Pirrie und Billy Carter, der Thomas Andrews, den Schiffsarchitekt spielt.
Derek Jacobi habe ich bis zu dieser Miniserie immer eher als Unsympath empfunden und als Lord Pirrie fand ich ihn einfach toll, auch wenn er manchmal etwas inkonsequent in seinen Aktionen war.
Thomas Andrews fand ich als Figur zuerst extrem unsympathisch, aber Billy Carter hat diese Figur so toll gespielt und eine sympathische Seite herausgearbeitet, dass Andrews mir zum Schluss richtig ans Herz gewachsen war.
Toll fand ich auch den Vater von Sofia (Massimo Ghini), der als italienischer Einwanderer und alleinerziehender Vater von zwei Töchtern teilweise so herrlich überfordert war und Branwell Donaghey, der einen irischen Arbeiter mit politischen Ambitionen und einer Schwäche für die Freundin seines Bruders spielt.

Die Ausstattung der Serie hat mir auch sehr gut gefallen. Ich mag einfach die Kleidung dieser Zeit, vor allem die der Männer. Und die Musik unterstützt sehr schön die Stimmung, bildet einen schönen Hintergrund und vor allem die Titelmelodie reißt mit und paßt hervorragend zum unsinkbaren Luxusdampfer, der bei seinem Untergang so viele Menschen mit sich in die Tiefe riss.

Und obwohl die historische Genauigkeit einige Male der künstlerischen Freiheit zum Opfer gefallen ist, hat mir die Serie gut gefallen und meinen geschichtlichen Horizont wieder um ein paar Fakten erweitert.

Die englischsprachige Homepage zur Serie

Der englische Trailer zur Serie, die es mittlerweile laut dieser Information auch mit deutscher Tonspur gibt

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13 Antworten zu Titanic – Blood and Steel (Originalversion)

  1. Eagle-Eyed Editor schreibt:

    Sehr interessant! Ich muss es sehen. Ich liebe Titanic.

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  2. Herba schreibt:

    Was finden nur alle an diesem alten Kahn??? 😆
    Aber die Serie hat wirklich Spaß gemacht…

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  3. guylty schreibt:

    Interessant. Hab im Trailer auch sofort Dublin erkannt… Die drehen hier unheimlich viele britische Produktionen. (Richards George Gently Episode wurde an einem meiner Lieblingsstrände hier um die Ecke gedreht…)

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  4. nettebuecherkiste schreibt:

    Wusste ich noch gar nix von. Ich sag ja, dass Derek Jacobi toll ist 🙂

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  5. Herba schreibt:

    In dieser Rolle gebe ich dir absolut Recht 🙂

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  6. Herba schreibt:

    Ich finde es immer toll, wenn man Plätze in Filmen und Serien wiedererkennt. Und um Deinen George-Gently-Strand beneide ich dich nun 🙂

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  7. guylty schreibt:

    Ja, macht die Sache irgendwie noch evokativer, wenn man sich den Ort der Handlung genau vorstellen kann…
    Brittas Bay (George Gently Drehort) ist ein traumhaft schöner, langer Sandstrand, mit Dünen und Felsen, in einer natürlichen Bucht. http://www.flickr.com/photos/enikokasza/5087090949/

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  8. Herba schreibt:

    Danke für den Link – wirklich wunderschön!!! Ich fand den Strand in der Gently-Folge schon so schön *seufz*

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  9. guylty schreibt:

    Muss ich mir noch mal genauer angucken. (Who am I kidding, any excuse to catch a glimpse of leather peaches…)

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  10. Herba schreibt:

    😆
    Ich muss das auch mal wieder schauen – ich liebe es, wenn RA wie der Aff auf dem Scheifstein auf seinem Moped sitzt *breitgrins*

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  11. guylty schreibt:

    Ich fühl mich immer direkt angesprochen, wenn er in seiner ersten Szene schreit:“from the darkness, there she comes again…“ Und dann at the top of his voice:“the goddess“. Yup, that’s me 😀
    In der danach folgenden Szene sieht man Brittas Bay noch mal von den Bergen aus. Da wo sie mit ihren Maschinen durch die Landschaft heizen, bin ich auch schon oft gefahren, Military Road in den Wicklow Mountains. Ich sollte mal eine Wallfahrt dahin machen…

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  12. Herba schreibt:

    Nun sehe ich dich vor dem Fernseher sitzen und ‚Yes, that’s me!‘ schreien 😉
    Grüß mir ‚Brittas Bay‘ das nächste Mal, wenn du da bist!

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