Der katholische Bulle von Adrian McKinty

Der Katholik Detective Sergeant Sean Duffy zieht 1981 nach Belfast und kauft ein Reihenhäuschen in einer protestantischen Arbeitersiedlung.
Als katholischer Polizist gilt Duffy bei anderen Katholiken als Verräter und die protestantischen Polizeikollegen beäugen ihn mit Misstrauen.
Als Duffy anfängt in einer Mordserie an Männern, die eventuelle aus dem Schwulenmilieu kommen, zu ermitteln, trifft er auf eine Mauer des Schweigens, denn wer in Nordirland mit der Polizei kooperiert, muss mit dem Schlimmsten rechnen.
Wird es Sean Duffy trotzdem gelingen den Mörder zu finden?

Ich vermeide ja eigentlich den Gang in Buchläden, aber bei meinem letzten Besuch ist mir ‚Der katholische Bulle‘ aufgefallen, weil ich das Cover so gut gemacht fand.
Und da mich der Nordirland-Konflikt sehr interessiert und ich gespannt war, wie Adrian McKinty das in einen Krimi verpackt hat, mußte das Buch dann nach kurzem Zögern auch her – wenn auch nur als eBook.
Gut gefallen hat mir, dass Sean Duffy zwar ein Ermittler der Marke einsamer Wolf zu sein scheint, aber nicht kurz vorm Selbstmord steht und auch kein Alkoholproblem hat.
Als studierter Psychologe, der als Quereinsteiger zur Polizei ging, wirkt er oft so fehl am Platz wie ein Osterei an Weihnachten und hat dabei noch zusätzlich mit seinem vorlauten Mundwerk zu kämpfen, was ihn sehr sympathisch macht.
Irgendwie bin ich trotzdem nicht zu hundert Prozent warm mit ihm geworden, ohne genau sagen zu können, woran das lag.
Der Kriminalfall ist recht spannend und sehr gut in den geschichtlichen Hintergrund eingebettet und beim Lesen hatte ich den Eindruck, dass McKinty gut recherchiert hat und weiß wovon er da schreibt.
Stellenweise kam beim Lesen eine gedrückte Stimmung auf, denn die geschilderten Verhältnisse in Nordirland sind beängstigend, gerade weil sie nicht erfunden sind.
Der Schreibstil des Autors ist gut zu lesen, wenn auch manchmal etwas behäbig für meinen Geschmack.
Was mich wirklich genervt hat, sind die vielen Abkürzungen wie RUC, DUP, FRU, etc. Da mußte ich immer wieder nachschlagen und wurde so in meinem Lesefluss gestört.
Das Ende war dann auch nicht unbedingt etrem überraschend, aber wer solide Krimikost mit historischem Hintergrund mag, kann hier eigentlich wenig falsch machen.
Ich werde Adrian McKinty auf jeden Fall im Auge behalten.

Adrian McKinty bei Suhrkamp
Der Blog von Adrian McKinty

Die Sean Duffy-Reihe:
Der katholische Bulle (The Cold Cold Ground)
I Hear the Sirens in the Street
In the Morning I’ll Be Gone

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