Als Mrs. Simpson den König stahl von Juliet Nicolson

1936 kommt die neunzehnjährige May zusammen mit ihrem Bruder von Barbados nach England, in das Heimatland ihrer Mutter.
Bei Sir Philip Blunt bekommt die junge Frau einen Job als Chauffeurin und ist durch ihren Charme und ihre diskrete Art bald sowohl bei den anderen Dienstboten als auch bei der Blunt-Familie sehr beliebt.
Zur selben Zeit kommt die Amerikanerin Evangeline Nettlefold in England an.
Sie ist die Patentochter von Lady Blunt und dort für länger zu Besuch.
Durch sie und ihren Kontakt zu ihrer alten Freundin Wallis Simpson bekommt May kleine Einblicke in das Drama, dass sich am englischen Hof wegen der Affäre von König Edward mit der geschiedenen Amerikanerin abspielt.
Noch viel mehr wird May allerdings vom eigenen Gefühlschaos beherrscht, als sie sich in den jungen Oxfordstudenten Julian verliebt, der mit dem Sohn der Blunts befreundet ist und die Welt verbessern will.
Wird Julian Mays Liebe erwidern?

Ich fand dieses Buch wegen seiner Kombination aus verschiedenen Themen sehr vielversprechend und habe es deswegen dann schlussendlich auch gekauft.
Ich hatte gehofft neben der Story von May mehr über Wallis Simpson und den König, der für sie seinen Thron aufgab zu erfahren und das alles eben nett verpackt in einem Roman.
Leider wurde meine Erwartung nicht ganz erfüllt.
Der Schreibstil der Autorin ist okay, wenn auch nicht zu hundert Prozent nach meinem Geschmack.
May ist eine sympathische junge Protagonistin, deren Kapitel ich sehr gerne gelesen habe.
Aber so gern ich May mochte, so unsympathisch fand ich Evangeline Nettleford, die es trotz ihres nicht ganz einfachen Lebens nicht geschafft hat, mich irgendwie zu berühren.
Einfach weil sie sich stellenweise in meinen Augen wie ein verzogenes Gör benommen hat und so war ich immer ein bisschen froh, wenn ich durch eines ihrer Kapitel durch war.
Der größte Minuspunkt des Buches für mich lag jedoch darin, dass die einzelnen Handlungsstränge mir gerade zum Ende hin eher nebeneinander her liefen, als das sie wirklich miteinander verbunden waren.
Das hätte ich eigentlich aber schon erwartet, wenn eine Geschichte nicht in der Zeit hin und her springt und die Hauptpersonen sich kennen und an den gleichen Orten verkehren und das hätte der Geschichte an sich meiner Meinung nach auch gut getan.
Das Ende hat mich dann auch nicht gerade versöhnt und so ist ‚Als Mrs. Simpson den König stahl‘ ein eher enttäuschendes Buch für mich.
Wer sich jedoch nicht zu viel zum Thema Simpson/König erwartet und gerne Romane liest, die eher als Gesellschaftsstudie anzusehen sind, wird das Buch mögen, denn in der Betrachtung der englischen Gesellschaft in den dreißiger Jahren liegt die große Stärke der Autorin.

Juliet Nicolson beim Insel-Verlag
Juliet Nicolson bei Simon and Schuster

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6 Antworten zu Als Mrs. Simpson den König stahl von Juliet Nicolson

  1. Servetus schreibt:

    Klingt gut, eigentlich. Der Titel aber erinnert an „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“.

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  2. entdeckeengland schreibt:

    Gut zu wissen. Der Titel laesst mehr erwarten. Gruss, Peggy

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  3. nettebuecherkiste schreibt:

    Hmm, das hört sich an sich ja schon interessant an. Muss ich mir mal überlegen 🙂

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  4. Herba schreibt:

    Mich auch 😆

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  5. Herba schreibt:

    Ich fand es auch sehr schade, da hätte man meiner Meinung nach mehr draus machen können!

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  6. Herba schreibt:

    Mach das und vielleicht gefällt es Dir ja besser als mir

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