Burton & Taylor (Originalversion)

1983 in New York wurde auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben, dass das ehemalige Traumpaar Elizabeth Taylor (Helena Bonham Carter) und Richard Burton (Dominic West) am Broadway zusammen auf der Bühne stehen würden und zwar für das Stück ‚Private Lives‘ von Noel Coward.
Damit beginnt der Film über eines der letzten Kapitel in der faszinierenden Beziehung zwischen den Schauspiellegenden Burton und Taylor.
Richard Burton hat es geschafft länger trocken zu bleiben und möchte wieder mehr Theater spielen, als die Proben für Private Lives beginnen.
Elizabeth Taylor ist ganz Diva, kommt zu spät zu den Proben, lernt ihren Text nicht und versucht alles, um wieder ein Teil des Lebens ihres Exmannes zu werden.
Dabei entsteht ein selbstzerstörerischer Sog, der die beiden immer weiter nach unten zieht…

Liz Taylor und Richard Burton – Welcher Filmbegeisterte kennt diese beiden Namen nicht und verbindet irgendetwas mit ihnen?
Ich bin mit Filmen der jungen Liz Taylor aufgewachsen und hatte als Kind Schwierigkeiten diese junge wunderschöne Frau mit der alten, kranken und meist überschminkten Frau im Rollstuhl zusammenzubringen, die die Taylor mittlerweile geworden war.
Über Richard Taylor wusste ich nur, dass er eine Hollywoodlegende und in jungen Jahren ziemlich attraktiv war.
Das beide eigentlich Briten sind, wurde mir erst sehr viel später bewusst und dass Burton ein gefeierter Theaterschauspieler war, der sehr oft in klassischen Rollen glänzte, habe ich erst im Zusammenhang mit dieser BBC-Produktion herausgefunden.
Wenn man sich ein wenig näher mit den beiden als Paar beschäftigt, wird auch im Rückblick klar, wieso dieses Paar für so viele Zeitgenossen faszinierend war.

Aber über den Film der BBC bin ich aber trotzdem hauptsächlich wegen Dominic West aufmerksam geworden und war zuerst über das Casting von Helena Bonham Carter nicht sonderlich begeistert, weil ich sie mir als Liz Taylor schlichtweg nicht vorstellen konnte.
Allerdings hat sie mich relativ schnell eines Besseren belehrt, denn Bonham Carter verkörpert die Taylor divenhaft, zerbrechlich, zickig und dann wieder charmant, genau wie man sich das vorstellt.
Dafür wird sie von professionellen Kritikern auch schon für eine TV BAFTA Nominierung gehandelt.
Ob sie darauf wirklich Chancen hat, kann ich nicht beurteilen, aber gefallen hat sie mir persönlich definitiv.
Fast noch besser fand ich allerdings den leiser agierenden Dominic West als Richard Burton, weil er mich in seiner Verzweiflung und in seinem physischen Schmerz (Burton war ein kranker Mann) einfach mehr berührt hat.
Vor allem habe ich die vielen Nahaufnahmen von seinem Gesicht genossen, dass sowohl Trauer als auch Freude so gut wiederspiegeln kann.
Und in der kurzen Szene mit seinem Enkelkind war er sooooo knuffig!
Hach, was soll ich sagen? Ich mag den Mann halt einfach!

Der restliche Cast tritt nicht wirklich oft groß in Erscheinung, sondern bildet eher den Hintergrund für die Beziehungsgeschichte, die tragischer nicht hätte sein können.
Denn wenn sich Taylor und Burton auch sehr liebten, was West und Bonham Carter sehr gut darstellten, waren sie doch nicht gut füreinander und konnten nicht miteinander leben ohne sich gegenseitig zu Grunde zu richten.

Ich bin nicht ganz sicher, wie viel in den Dialogen wirkliche Zitate der beiden sind, aber besonders die Unterhaltung der beiden am Schluss des Films hat mich fast zu Tränen gerührt.

„I love you Richard, I always will!“
„I love you too Elizabeth but us together – it’ll destroy me…“

Wie traurig muss diese Erkenntnis für die beiden gewesen sein…

Ganz am Ende wird in Form einer Texteinblendung das Ende der Beziehungsgeschichte erzählt.
Liz Taylor checkte kurz nach Ende der Spielzeit von ‚Private Lives‘ in eine Entzugsklinik ein und machte das als erste Prominente öffentlich.
Richard Burton kehrte in die Schweiz zurück und genoß dort sein Leben an der Seite seiner Frau Sally, bis er neun Monate später plötzlich an einem Hirnschlag starb.
Bis zu seinem Tod telefonierten die beiden regelmäßig miteinander und schienen ihren Frieden miteinander gefunden zu haben.

Für mich war Burton & Taylor sowohl unterhaltsam als auch interessant und ich kann diese BBC-Produktion guten Gewissens weiterempfehlen!

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2 Antworten zu Burton & Taylor (Originalversion)

  1. RuleBritannia schreibt:

    Ich bin noch dabei es zu sehen und ich finde es, ehrlich gesagt, etwas schwierig, weil mir Helena Bonham-Carter als Liz überhaupt nicht zusagt. Ich bin auch mit den Filmen der jungen Liz Taylor aufgewachsen und habe mir in letzter Zeit einige Biographien über sie angesehen. Ich mag die Bonham-Carter wirklich sehr, aber als Liz Taylor? Nicht wirklich, die Stimme stimmt nicht, der Akzent stimmt nicht, das Aussehen stimmt nicht… Ich bin auch Deiner Meinung, dass sie die Verletzlichkeit gut rüberbringt, aber irgendwie ist das nicht Liz Taylor. Wie gesagt, ich gehe da nach einigen Biographien, in denen eine Menge privates Filmmaterial war.
    Dominic West hingegen gefiel mir sehr gut als alternder Richard Burton. Er mußte ja eine Menge mit Diva Liz aushalten :D…
    Es gibt eine wirklich sehr gute Biographie, die lief neulich im BBC, vielleicht kommt sie noch mal. Und dann gab es auch eine Sendung über ihren Schmuck, da war auch sehr gutes Filmmaterial mit drin.

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  2. Herba schreibt:

    Da habe ich vermutlich den Vorteil, dass ich nicht so tief in der Materie drinstecke wie Du und zum Beispiel die Stimme der Taylor gar nicht im Ohr habe.
    Danke für die Tipps zu den Sendungen der BBC, da werde ich mal die Radio Times bzw YouTube befragen, ob ich die Chance habe, mir das noch anzuschauen

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