London Killing von Oliver Harris

Detective Nick Belsey wacht nach einer ausgewachsenen Sauftour am frühen Morgen mit einem ausgewachsenen Filmriss in einem Polizeiauto auf.
Doch den Polizist kann so leicht nichts erschüttern, denn ihm blüht ein Disziplinarverfahren, er ist vollkommen pleite und seit kurzem auch obdachlos.
Als er versucht die letzten Stunden, für die ihm jede Erinnerung fehlt nachzuvollziehen, flattert eine Vermisstenmeldung aus dem noblen Stadtteil Hampstead ins Haus, die sich Nick ohne weiter darüber nachzudenken schnappt.
In der teuren Villa findet der Polizist bei seinen Ermittlungen eine Leiche, die scheinbar der Mieter der Villa, ein russischer Oligarch, den keiner wirklich kannte, zu sein scheint. Kurzerhand packt Nick die Gelegenheit beim Schopf und eignet sich Stück für Stück die Identität des Toten an.
Er schläft in seinem Haus, fährt sein Auto und trifft alle Vorkehrungen die Konten des schwerreichen Toten leer zu räumen, um sich für immer aus dem Staub zu machen.
Doch bald muss Nick feststellen, dass ihm scheinbar immer jemand einen Schritt voraus ist und ihn aus der Ferne zu manipulieren scheint.
Als weitere Morde passieren gerät Nick in große Gefahr.
Wird es ihm gelingen, sich aus der heiklen Situation zu befreien, ohne getötet zu werden, oder im Gefängnis zu landen?

Oliver Harris hat mit ‚London Killing‘ seinen Debütroman vorgelegt und mit Nick Belsley einen typischen Antihelden geschaffen, der sein Leben immer nur Millimeter vom Abgrund entfernt lebt.
Die Idee des Identitätsklau fand ich sehr spannend und interessant.
Harris Schreibstil war für mich okay, wenn er mich jetzt auch nicht gerade vom Hocker gerissen hat.
Das kann aber auch daran liegen, dass der Roman aus der Ich-Perspektive geschrieben ist und damit habe ich meistens so meine Probleme.
Ein weiteres Problem war der unsympathische Nick, mit dem ich einfach nicht warm werden konnte.
Sicher, er war nicht für alle seine Schwierigkeiten selbst verantwortlich, aber irgendwie war ich trotzdem mit vielen von Nicks Handlungen weder einverstanden, noch konnte ich sei nachvollziehen.
Und die vielen Leute, die ihm einen Gefallen schuldeten, den er dann immer genau im richtigen Moment einfordern konnte, machten die Handlung stellenweise mehr als unglaubwürdig.
Zusammen mit recht vielen Personen und Verstrickungen hatte ich manchmal Schwierigkeiten den Überblick zu behalten, aber die Frage, ob der Autor seinen Hauptcharakter am Leben oder am Ende über die Klinge springen lässt, haben die Spannung zu einem gewissen Grad aufrecht erhalten.
Ein weiteres Plus war das Viertel Hampstead, in dem der Roman angesiedelt ist und bei dessen Erwähnung ich jedes Mal grinsen musste, weil in der Nähe ein gewisses Theater ohne Stagedoor liegt.
Insgesamt hat Oliver Harris für mich als Autor durchaus Potential, aber leider hat ‚London Killing‘ mich nicht so weit überzeugt, dass ich einen Folgeroman mit Nick Belsey lesen würde. Dafür fehlte einfach doch zu viel, was für mich einen spannenden Krimi ausmacht.

Oliver Haaris bei Randomhouse
Oliver Harris englische Homepage

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Eine Antwort zu London Killing von Oliver Harris

  1. fleischfee schreibt:

    Schön geschrieben liebe Herba!

    Gefällt mir

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