Inferno von Dan Brown

Der bekannte amerikanische Wissenschaftler Robert Langdon wacht vollkommen desorientiert in einem Krankenhausbett auf.
Die junge Ärztin Sienna Brooks erklärt ihm, dass er angeschossen in der Notaufnahme auftauchte und außer den Kleidern, die er am Leib trug, nichts bei sich hatte.
Außerdem muss Langdon feststellen, dass er sich nicht in den USA befindet, sondern in Florenz.
Er hat keinen blassen Schimmer wie er nach Italien gekommen ist und bevor der Professor Zeit hat, seine Gedanken zu sortieren, taucht eine Frau mit Pistole im Krankenhaus auf und versucht ihn zu erschießen. In letzter Sekunde kann Langdon mit Sienna entkommen.
Wird es ihm gelingen herauszufinden, wie er nach Italien gekommen ist und was er dort soll?
Und wie kommt der Behälter mit dem biologischen Warnzeichen in seine Jacke?

Dan Brown gehört zu den Autoren, die ich sehr gern mag und die von mir aus auch ein Jahrzehnt zwischen einer Fortsetzung vergehen lassen können, weil ein neues Buch von ihnen so viel Aufsehen erregt, dass selbst ich es mitbekomme 😉
Über Inferno bin ich in Form der kostenlosen Leseprobe für den Kindle gestolpert, die ich zwar nicht gelesen habe, weil ich generell keine Leseproben lese, die das Buch aber auf meinen Wunschzettel gebracht hat.
Und obwohl ich zu 98 Prozent keine gebundenen Bücher kaufe (geht zu sehr ins Geld) und den Preis von 19,99 Euro für ein ebook eigentlich als unverschämt empfinde, habe ich Inferno dann doch gleich am Erscheinungstag gekauft.
Und zwar mit der Erwartung, dass ich beim Lesen gut unterhalten werde, Spaß dabei habe mit Robert Langdon mitzurätseln und evtl. auch noch etwas über die ein oder andere Stadt zu erfahren. Diese Erwartungen wurden, zumindest zum Teil, erfüllt.

Robert Langdon ist nach wie vor eine sympathische Hauptfigur, bei dem ich, seitdem zwei der Romane verfilmt wurden, unweigerlich Tom Hanks vor Augen habe.
Allerdings kam er mir in Inferno als Person ein bisschen langweiliger als sonst vor.
Sienna passt perfekt in das Beuteschema, das Dan Brown für seinen Professor entwickelt hat und ist eine willige Zuhörerin für Langdons vorlesungsartige Vorträge.

Der Handlungsort des Romans ist Florenz, was mir persönlich nicht ganz so gut gefallen hat. Von Rom, Paris und Washington habe ich viele Sehenswürdigkeiten wenigstens grob im Kopf und bei Florenz fehlt mir das völlig, was den Lesegenuss etwas geschmälert hat, aber dafür kann Dan Brown ja nichts.

Anders ist das mit den Wiederholungen im Buch. Da wurden wirklich ganze Absätze wortwörtlich zwei bis drei Mal wiederholt und ich fragte mich:
War der Autor da zu faul etwas anders zu formulieren?
Lag er noch unter seinem Wortsoll und hat einfach hinterher ein paar Stellen vervielfältigt, damit es hinkommt? Oder ist das wirklich so gewollt?
Ich muss sagen, dass alle drei Varianten nicht sonderlich befriedigend sind und ich mir da von einem Autor, auch wenn er Unterhaltungsliteratur schreibt doch etwas mehr erwartet hätte.

Den Bezug auf das klassische Werk ‚Die göttliche Komödie‚ dürfte man auch verstehen, wenn man das Buch nicht gelesen hat, denn Brown erklärt alles was man wissen muss und auch die Umgebung, in der der Roman spielt wird sehr genau beschrieben, was einige Leser zum Urteil ‚überteuerter Reiseführer ohne Bilder‘ kommen läßt.

Das Einzige, was für mich wirklich herausragt ist das Ende, das doch nicht ganz so vorhersehbar war, wie der Rest.

Inferno spaltet auf jeden Fall seine Leserschaft. Die einen sind extrem begeistert und die anderem extrem unzufrieden. Ich habe mich, wie gesagt, gut unterhalten gefühlt, allerdings bin ich auch niemand, der sich groß über kleinere bis mittlere Logikfehler aufregt.
Und ich habe nicht wirklich etwas Neues erwartet und konnte so auch nicht davon enttäuscht werden, daß Dan Brown sein Rezept abspult, ohne die kleinste Innovation einzubauen.

Fans von Dan Brown werden Inferno mögen, für alle anderen gilt vermutlich eher: ‚Kennst Du einen Brown, kennst Du alle‘ und man ist mit etwas anderem, das evtl auch nicht ganz so teuer ist, besser dran.

Robert Langdons Abenteuer in chronologischer Reihenfolge:
Illuminati
Sakrileg – The Da Vinci Code
Das verlorene Symbol
Inferno

Dan Browns deutsche Homepage
Dan Browns englische Homepage

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6 Antworten zu Inferno von Dan Brown

  1. nettebuecherkiste schreibt:

    Ich muss „Das verlorene Symbol“ und „Inferno“ doch mal lesen, kenne bisher nur die ersten beiden und hab bisher nicht weitergelesen, weil ich eher Schlechtes gehört habe. Aber ich habe eigentlich auch kein Problem damit, wenn das Strickmuster ähnlich ist. Und ich lieeeebe Florenz, wenn auch nicht ganz so sehr wie Siena 🙂

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  2. Herba schreibt:

    Wenn Du Illuminati und Sakrileg gelesen hast, hast Du die beiden besten gelesen 😉 Aber wenn Dir Dan Brown liegt, machst Du vermutlich auch nicht viel verkehrt, wenn Du Zeit hast und die anderen auch noch liest 😉

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  3. nettebuecherkiste schreibt:

    Ich mag die Action in den Büchern nicht so, aber die Theorien fand ich immer klasse 🙂

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  4. Herba schreibt:

    Also, Inferno fand ich nicht besonders aktionlastig, aber ich lese zur zeit auch sehr viel Action, da ist man vermutlich etwas abgestumpfter

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  5. nettebuecherkiste schreibt:

    Ich fand es grad beim „Da Vinci Code“ etwas viel 🙂

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  6. Herba schreibt:

    Das kann gut sein. Ich hab das vor ewigen Zeiten gelesen und kann mich so genau nicht mehr erinnern

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