Die Trinity Verschwörung von Charles Cumming

Der Engländer Sam Gaddis ist Geschichtsdozent und Russlandexpert ist eigentlich ganz zufrieden mit seinem Leben.
Als seine Exfrau mehr Unterhalt für die gemeinsame Tochter fordert, kommt Sam allerdings in Geldnot und muss dringend ein neues Buch schreiben.
Da kommt das Angebot seiner Freundin, der Journalistin Charlotte gerade recht.
Sie behauptet Beweise dafür zu besitzen, dass die berühmten ‚Cambridge Five‚ eigentlich aus sechs Personen bestanden und will nun die Identität des bis dato unbekannten sechsten Mannes in einem Buch aufdecken, das sie gemeinsam mit Sam schreiben möchte.
Kurz nach diesem Angebot stirbt Charlotte jedoch und Sam gerät in die gefährliche Welt der Spionage, denn plötzlich ist nicht nur der russische Geheimdienst hinter ihm her.
Wird es Sam gelingen mit heiler Haut aus diesem Schlamassel hervorzugehen?

Ich mag ja Spionageromane sehr gern und auf diesen hier bin ich aufmerksam geworden, weil Dominic West bei Youtube ein paar Absätze daraus vorliest – danke nochmal an M, die mich auf das Video aufmerksam gemacht hat!

Und da ich dann auch noch vor ein paar Jahren eine englische Miniserie gesehen habe, die sich mit dem Thema ‚Cambridge Five‘ befaßt und die sehr gut war (nähere Infos zu der Serie gibt es unter anderem hier und hier) ist das Buch gleich mal auf meinem BuB (=Berg ungelesener Bücher, liebevoll auch Herbas Erebor genannt rolleye113wb ) gelandet.

Da mußte es dann aber gar nicht lange ausharren, denn ich befinde mich gerade in einer ‚blutigen‘ Lesephase, in der ich Thriller und Krimis allem anderen vorziehe.

Charles Cumming hat einen Schreibstil, den ich persönlich als typisch britisch empfand und der sehr gut zu lesen war.
Seine Hauptperson Sam ist ein typisch englischer Gelehrter bzw. das, was ich mir so darunter vorstellen würde. Er war mir eigentlich recht schnell sympathisch und hat mich ein paar Mal auch schmunzeln lassen.
Auch seine Naivität in manchen Momenten war sehr liebenswert.

Die Geschichte ist spannend erzählt und verbindet geschickt geschichtliche Fakten mit erdachten Elementen.
Charles Cumming sollte wohl vor ein paar Jahren vom englischen Geheimdienst angeworben werden und hat ein Teil des Auswahlverfahrens für diese Berufslaufbahn durchlaufen.
Vielleicht ist das der Grund, wieso ihm das glaubhafte Erzählen der Geschichte so gut gelingt.
Und obwohl das Buch auch zwei oder drei kleine Längen hatte, kann ich es Lesern, die Spionageromane mögen, durchaus empfehlen.

Zwei kleine Kritikpunkte habe ich aber dann doch noch gefunden.
Das ist zum einen das Ende, das mit irgendwie zu lahm vorkam, da hätte ich mir ein bißchen mehr Spannung gewünscht.
Zum anderen wird die Geschichte der Cambridge Five im Nachwort weiter erläutert, was als Vorwort meiner Meinung nach sinniger wäre.
Denn wenn man noch nie etwas von Philby und Co gehört hat, dürfte es schwer fallen, einige Teile der Geschichte zu durchschauen – mir wäre es jedenfalls so gegangen.

Trotzdem alles in allem ein guter Spionageroman, der mich gut unterhalten hat.

Charles Cumming bei Random House
Die englischsprachige Homepage von Charles Cumming

Dominic West liest eine Passage aus der Originalausgabe des Romans ‚The Trinity Six

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2 Antworten zu Die Trinity Verschwörung von Charles Cumming

  1. diepoe schreibt:

    Herbas Erebor? Grandios!

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  2. Herba schreibt:

    Na ja, grandios ist vielleicht etwas übertrieben, aber da ich ja quasi auch ein Zwerg bin und mir mal jemand prophezeit hat, daß mich mal ne Lawine der Bücher erschlagen wird… 😉

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