Great Britain, April 2013 – die Zweite

Als Macbeth zu Ende gegangen war, mußten wir uns entscheiden, ob wir die Stagedoor suchen und James McAvoy ein Autogramm aus den Rippen leiern wollten oder nicht. Darüber hatten wir uns zwar im Vorfeld unterhalten, waren aber zu keinem Ergebnis gekommen und die Chance im Vorfeld die Lage zu peilen, hatten wir wegen schlechtem Zeitmanagement verpaßt.
Groß diskutiert haben wir dann allerdings letztendlich nicht, denn ich hörte einen Theaterangestellten zu ein paar jungen Mädels sagen: ‚Left, left, left.‘ und N sah eine Dame zielstrebig in diese Richtung laufen, sodas wir uns nur kurz verständigten und schon ging es hinterher.

Vor der gut beleuchteten Stagedoor standen schon circa 20, noch ziemlich junge Mädels und durch unsere Anwesenheit wurde der Alterschnitt gleich um mindestens 10 Jahre gehoben 😆

Ehrlich gesagt hatte ich ja, als ich die Mädels sah, mit Kreischalarm gerechnet, sobald James durch die Tür kommen würde, aber zum Glück sollte sich diese Befürchtung nicht bestätigen.

Es war eisig kalt und zum Glück mußten wir nicht allzu lange warten.
IMG_2390_bearbDas erste Castmember, das durch die Tür kam und Autogramme geben mußte war Claire Foy, die ich aber erstmal gar nicht erkannte.
Erst als sie direkt neben mir stand und einer wartenden Dame das Programmheft signierte, machte es bei mir Klick und geistesgegenwärtig hielt ich ihr dann auch mein Programmheft hin.
Sie war wirklich sehr nett und auch wenn ich nicht viel sagte, außer ‚I enjoyed the show‘ und ‚Thank you‘ bedanke sie sich lächelnd für das Lob und erklärte mir dann:
‚James prefers the crowd on the left side of the door so the exit isn’t blocked. Maybe you can pass this to the troops?‘ nickte in die Richtung der wartenden Mädels, die im Halbkreis um die Tür standen, zwinkerte mir zu und weg war sie.
Ich bin nicht ganz sicher, ob sie das einfach nur loswerden wollte, egal bei wem, oder ob sie mir das erzählt hat, weil ich schon älter war, aber auf jeden Fall fühlte ich mich gebührend geschmeichelt 😆

Ein paar der anderen Darsteller verschwand kurz nach Claire in die kalte Nacht.

IMG_2391_bearbDer Nächste, dem ich mein Programmheft und meinen Stift unter die Nase hielt war Forbes Masson, der sich sichtlich freute, dass nicht alle nur wegen James da waren.
Höflich fragte er mich, woher wir denn kämen, fand es ganz erstaunlich, dass wir extra aus Deutschland angereist waren und wünschte uns weiterhin viel Spaß in London. Wirklich sehr nett und ein toller Schauspieler!

IMG_2389_bearbJamie Ballard habe ich dann auf Wunsch von N angehalten, damit auch er unsre Programmhefte unterschreiben konnte.
Er wurde von mehreren Leuten gebeten etwas zu signieren und alles was ich zu ihm sagen konnte war:
‚Thanks‘ und ‚That’s my pen‘ – der wurde schließlich noch gebraucht 😉 – bevor er sich damit davon machen konnte, worauf er mich strahlend ansah, ‚Oh‘ machte und den Stift sofort wieder rausrückte, wie sich das gehört!

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Der Nächste war dann aber wirklich James McAvoy und das Gedränge nahm zu, allerdings waren wir gut plaziert und schaften es recht zügig, James die Programmhefte unter die Nase zu halten, wobei er schon sehr schwungvoll unterschrieb, um sich dann sofort dem nächsten zuzuwenden und auch ein paar Bilder mit den wartenden Mädels zu machen.
N und ich hatten unsre Mission erfüllt und machten uns dann auch gleich auf den Weg zur nahen Tubestation, ohne irgendwelche Bilder zu knipsen, denn es war einfach a****bsolut kalt und ein Foto wäre zwar nett gewesen, mußte nun aber nicht sooo dringend sein.

 
Beim Weg zurück ins Hotel bequatschten wir das Erlebte und nahmen es als gutes Omen, dass unsere Stagedoor-Premiere in London so positiv verlaufen war.
Im Hotel angekommen, fielen wir dann einfach nur noch ins Bett und nach einem weiteren kurzen Plausch wurde geruht.

Nach einer erholsamen Nacht planten wir beim Frühstück unseren Tagesverlauf und als erstes stand der Ticketkauf für den Heathrowexpress am nächsten Tag auf dem Plan.
Beim Tubefahren schauten wir uns ganz genau um, schließlich weiß man ja nie, wer da noch so alles unterwegs ist 😉

Nachdem wir uns wegen den Tickets erkundigt hatten, stand am Bahnhof Paddington ein ausführliches Durchstöbern des britischen Zeitschriftenangebots auf dem Plan, bei dem wir misstrauisch vom Verkäufer des Ladens beobachtet wurden.
Das Misstrauen hielt (leider 😉 ) nicht lange an und an der Kasse erzählte mir der gute Mann wortreich, dass seine Freundin ja aus Düsseldorf kommen würde und er gerade am Überlegen sei, nach Deutschland auszuwandern 😆

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Da am Abend ein weiterer Theaterbesuch auf dem Programm stand und wir bei diesem keinesfalls auf den Stagedoorbesuch nach der Vorstellung verzichten wollten, machten wir uns als nächstes zum Hampstead Theatre auf, um die Lage zu sondieren und beim übergroßen Plakat an der Theaterwand stellte sich bei mir dann auch das erste Mal richtiger Fangirl-Alarm (erkennt man am akuten debilen Grinsen icon_mrgreen) ein.
 
 
 
 
Doch dann mußten wir beim Umrunden des freistehenden Gebäude leicht entsetzt feststellen: Dieses Theater hat scheinbar keine Stagedoor – WTF?!?!?!
Auch eine zweite Umrundung brachte uns nicht weiter und die Nachfrage bei der Dame am Boxofficeschalter bestätigte entgültig: Keine Stagedoor icon_eek
War hier etwa der selbe Architekt am Werk gewesen, der in einem mir bekannten Gebäude die Tür für die Behindertentoilette vergessen hatte und dann verkündete, das man die ja auch nicht bräuchte icon_rolleyes
Wollte uns das Schicksal einen Strich durch die Rechnung machen und uns sabotieren???
Egal wer oder was für das wohl einzige Theater in London, das keine Stagedoor besitzt verantwortlich war und obwohl wir uns tapfer einredeten, dass das Stück zu sehen reichen würde, waren wir doch enttäuscht und ich verrate jetzt besser mal nicht, was ich demjenigen an den Hals gewünscht habe.
Nur so viel: Er würde, sollte er alles, was ich ihm da an den Hals wünschte, jemals bekommen, eines langsamen und quallvollen Todes sterben icon_twisted

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Aber tapfer machten wir uns nichtsdestotrotz zum Sightseeing auf und klapperten ein paar Stellen ab, die ich mir als London-Erstbesucher gewünscht hatte, unter anderem das London Eye, Big Ben und den Shop des Sherlock Holmes Museum.
Dabei schneite es übrigens – mal wieder – was eine meiner Begleiterinnen zu dem Kommentar verleitete: ‚Wir kommen im Sommer wieder mit Dir nach England und wenn es dann wieder schneit, liegt es eindeutig an dir.‘ 😆
 
 

Diniert wurde im Cafe in the Crypt – dabei waren wir uns einig, dass unsere Kirchenvorstände daheim allein bei dem Gedanken daran wahrscheinlich routieren würden und gestärkt, ging es dann nocheinmal zurück zum Hotel, für eine winzigkleine Siesta, nach der wir dann im dicksten Londoner Tube-Feierabendverkehr (solche Menschenmassen würden mir in Deutschland beim Pendeln wirklich Angst machen, aber in London geht das alles absolut gesittet und unaufgeregt vonstatten) wieder in Richtung Hampstead Theatre aufbrachen. To be continued….

Ein kurzer Vorbericht findet sich hier, den Bericht zum ersten Tag gibt es hier und meine Eindrücke zu Macbeth findet ihr hier, meine Eindrücke zu Longing findet ihr hier und den Bericht zum letzten Tag hier.

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3 Antworten zu Great Britain, April 2013 – die Zweite

  1. Cat Crawfield schreibt:

    Awww toller Bericht!! Bin schon gespannt auf morgen ^^

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  2. Nell schreibt:

    Hach, schön! Macht Lust auf mehr! Und das Cafe in the Crypt hat was, oder? Ich fand’s da klasse: so zentral und so „normal“, dafür dass es St. Martin in the Fields ist. Bin schon auf die Fortssetzung gespannt: gibt Iain Glen nun auch Autogramme ????

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  3. Herba schreibt:

    Ja, das hatte definitiv was und das Essen war auch okay.

    Lass Dich überraschen

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