Diese Sache…

…beschäftigt mich immer mal wieder.
Und gerade ist sie auch wieder aktuell. Zum einen durch den Fleischskandal (will ich gar nicht weiter drauf eingehen) und zum anderen durch eine Marketing-Kampagne bei Facebook über die die Meinung in dem begrenzten Kreis, der sie betrifft recht weit auseinandergehen.
Aber vielleicht sollte ich ersteinmal erklären, worum es mir überhaupt geht!

Aaaaaalos, immer mal wieder denke ich darüber nach, ob man als Verkäufer mit den Konsumenten alles machen und jeden Preis diktieren kann, wenn nur die Strategie stimmt und das Konsumgut gefragt genug ist.

Wenn ich von mir ausgehe, kann ich das eingeschränkt mit Ja beantworten.
Mein finanzieller Rahmen ist ziemlich begrenzt, von daher habe ich noch nie richtig groß Geld für etwas in Anführungszeichen Sinnloses ausgegeben.
Natürlich liegt es im Auge des Betrachters, ob es sinnlos ist für eine DVD 60 Euro auszugeben (nicht schuldig), ein Autogramm bei Ebay für 80 Dollar plus Versandkosten aus Amerika zu ersteigern (nicht schuldig), Mottobriefmarken bei der neuseeländischen Post zu ordern (schuldig) oder für ein Filmmagazin 20 Euro auszugeben (schuldig), aber das sind solche Kleinigkeiten wo sich die Geister scheiden und die ich nachvollziehen kann.

Ich würde aber z.B. mit den Augen rollen, wenn jemand Eisenbahnen sammelt und für eine Miniaturbahn (ich ich spreche jetzt nicht von ner ganzen Anlage sondern nur von einer Lok oder sowas) 500 Euro hinblätter – sowas ist ja nur gaga 😉

Und ich muss dazu sagen, daß ich mich für irgendwelche Spinnereien bis jetzt nie verschuldet habe und auch nicht glaube, daß es mal soweit kommt. Dafür setzt dann irgendwann doch mein logisches Denken wieder ein und setzt mir eine Grenze und das ist auch gut so!

Es geht mir bei meinen Überlegungen aber noch nicht einmal so sehr um die finanzielle Seite dieser Medaille, sondern um das, was der Verbraucher sonst noch bereit ist zu tun.

Dabei kann ich gleich im Kleinen, nämlich bei den Blogs anfangen.

Seitdem ich blogge folge ich natürlich auch anderen Blogs aus Interesse und dabei fällt mir in letzter Zeit immer stärker auf, daß es Blogs gibt, wo es außer der jeweiligen Lese-, Hör-, oder Kuck-Statistik nur Gewinnspiele gibt.
Gewinnspiele zum Blog-Geburtstag, Gewinnspiele zum Geburtstag des Bloggers, Gewinnspiele zur Veröffentlichung eines Mediums, Gewinnspiele zu Weihnachten, Ostern, Namenstag, usw.

Nun ja, eigentlich ist das ja ganz nett, aber erstens langweilt mich so etwas als Leser eines Blogs und dann ist auch nicht Gewinnspiel gleich Gewinnspiel.
Die einen stellen Rätselfragen (finde ich gut), die anderen stellen eine Frage und hätten gerne über die Kommentarfunktion eine Reaktion ihrer Leser (finde ich auch gut), etc.

Und dann gibt es da noch die Gewinnspiele, bei denen man Lose sammeln kann….man bekommt ein Los, wenn man dem Blog folgt, man bekommt ein weiteres Los, wenn man das Gewinnspiel twittert, ein weiteres Los wenn man über das Gewinnspiel blogt, noch ein Los, wenn man das Gewinnspiel, den Blogger oder den Blog bei Facebook liked und vielleicht kriegt man noch ein Extralos, wenn man sich auf den Kopf stellt, La Paloma singt und ein Video der Performance bei YouTube einstellt….

An meinem letzten Halbsatz kann man vermutlich feststellen, daß ich von dieser Art des Gewinnspiels so rein gar nichts halte.
Solche Blogs werden entfolgt und gut ist es.

Aber nachdenklich macht mich so etwas, vor allem in der Häufung, in der ich das im letzten halben Jahr erlebt habe schon.

Was bringt das dem jeweiligen Blogger?
Gewinnt man so auf Dauer wirklich mehr Leser oder befriedigt es einige schon, wenn sie wieder fünf Follower mehr haben, ohne sich Gedanken darüber zu machen, ob die das was man schreibt auch wirklich lesen oder eben nur den Follow-Button gedrückt haben, um was zu gewinnen?
Bringen einem 20 Likes bei Facebook wirklich bessere Chancen bei einem Verlag Rezensionsexemplare zu bekommen?

Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung.
Wenn dem so wäre, wäre dieser Maßstab ziemlich oberflächlich, oder?

Und überhaupt: die Likes bei Facebook…

Ich muss ja sagen, ich bin ja generell kein besonderer Freund von Facebook.
Vielleicht, weil mein erstes Social Network klein, kuschelig und übersichtlich war….bis es sich Facebook zum Vorbild nahm und genauso unübersichtlich und doof wurde.
Vielleicht aber auch, weil ich es hasse, wenn ich das Gefühl habe erst einen Hochschulkurs absolvieren zu müssen, um mein Profil auf einer solchen Plattform auf privat stellen zu können.

Angemeldet bin ich trotzdem, weil irgendwann mal irgendein Inhalt, den ich unbedingt sehen wollte, nur für Benutzer sichtbar war und schon hatte die „Falle“ zugeschnappt und ich war bei Facebook.

Wie man sich allerdings darüber definieren kann, wie viele Facebook’freunde‘ und Likes man bzw sein Profil hat, ist mir nach wie vor schleierhaft…

Und was Profis teilweise über Facebook anstellen (und damit auch noch Erfolg haben) erheitert mich dann schon wieder irgendwie.

Ich habe ganz am Anfang dieses Posts eine Marketing-Kampagne erwähnt. Das Wort ist vielleicht ein bißchen hochgegriffen, aber mir fiel kein besseres ein.
Es geht dabei um einen Filmproduzenten, der während seiner Ausbildung einen Kurzfilm gedreht hat. Sowas soll vorkommen und ist ja noch nicht weiter aufregend.
Nun ist aber einer der mitwirkenden Schauspieler gerade als Hauptdarsteller in einem Hollywoodblockbuster zu sehen und das hat der Filmproduzent wiederum sich selbst zu Nutze gemacht, um seine Bekanntheit zu steigern.
Vor ein paar Wochen stelle er einen Trailer zum besagten Kurzfilm ins Netz, twitterte munterlustig drauflos und war nach eigenen Aussagen schier überwältigt von all der Aufmerksamkeit.
Um die Kuh zu melken bis sie tot umfällt, verkündete er, daß er den kompletten Film ins Netz stellen würde, wenn er auf der Facebookseite 1000 Likes erreichen würde.
Und obwohl sich der gute Mann die Seele aus dem Leib twitterte, hat es dazu leider nicht gereicht.
Aber Aufgeben kam nun auch nicht in Frage, also überlegte er sich eine neue Strategie und verkündete, daß es einen limitierten DVD-Release des Kurzfilms geben wird und man die DVD nur für kurze Zeit bei ihm per mail vorbestellen könnte.
Und siehe da, die Fans standen Schlange, um die DVD zu ordern, obwohl der Mann weder einen Preis, noch irgendwelche technischen Daten bekannt gegeben hatte…
Na ja, nicht alle Fans. Einige kamen ob der merkwürdigen Geschäftsgebahren doch etwas ins Grübeln und beschlossen das Ganze zu boykottieren, diskutierten aber seitdem munterlustig über den gierigen Produzenten…

Und ich?
Nun ja, ich habe keine Vorbestellungsmail geschrieben (der Schauspieler erinnert mich in seinen jungen Jahren vom Aussehen her an meinen Cousin und bei dieser Assoziation rennt mein inneres Fangirl schreiend davon, was mich in diesem Fall von einer ‚Dummheit‘ abgehalten hat).
Aber ich rege mich auch nicht darüber auf, daß der Produzent ein etwas merkwürdiges Geschäftsgebahren an den Tag legt.

Ich weiß wie emotional solche Geschichten sein können und wie schwer es dann ist, einen Haken dran zu machen. Aber ich frage mich was solche Leute wie der Produzent tun würden, wenn so eine Aktion mal komplett verpuffen würde.
Wenn keiner drüber reden würde (weder positiv noch negativ), wenn keiner twittern, bloggen und bei Facebook liken würde – was wäre dann?
Hätte man sich als Fan dann um die einmalige Chance gebracht, so eine Rarität sehen zu können? Wäre der Mann am Ende so frustriert, dass er die ganzen 15 Minuten einfach so ins Netz gestellt hätte?

Tja, ich fürchte wir werden das nie erfahren, weder in diesem noch in einem anderen Fall. Denn es gibt ja immer jemanden, den eine Sache interessiert oder dem sie so viel wert ist, daß selbst das abstruseste Angebot gekauft wird.

Und so lange dabei niemand wirklich geschädigt wird, ist das ja vielleicht auch gar nicht schlimm…obwohl man mit diesem Art des Verhaltens als Konsument vermutlich den Grundstein für weit ausgefeiltere Marketing- und Verkaufsstrategien liefert, die z.B. Großkonzerne dazu animieren Pferde durch den Wolf zu leiern und dann Rinderhack draufzuschreiben….irgendjemand wirds schon kaufen, so lange gut und günstig oder Delikatess, oder sonstwas Tolles auf der Verpackung steht. Traurig aber wahr!

Was den Kurzfilm angeht, bin ich mal gespannt, wie die ganze Sache ausgeht und drücke den Vorbestellern die Daumen, daß sie das Teil dann auch wirklich in Händen halten und zwar mit dem richtigen Inhalt – wäre ja schade, wenn in diesem Fall Rind draufstünde und man Pferd bekommen würde 😆

Ich selbst werde wohl weiterhin immer mal wieder über dieses ganze Thema nachdenken, zu keinem großartigen Ergebnis kommen und auch weiterhin in vernünftigem Rahmen sinnloses und evtl daher auch überteuertes Zeugs kaufen…..und jede Sekunde davon genießen icon_mrgreen

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13 Antworten zu Diese Sache…

  1. Servetus schreibt:

    Und sobald es gekauft wird, wird es auch im Internet gestellt, so daß die Käufer es auch für die anderen mitkaufen … der Produzent muß auch das wissen.

    Ich wußte nicht, daß es darüber irgendwo eine Diskussion gab — ist das auf dem deutschen Forum?

    Ich finde die ganze Affäre auch sehr kuriös, sosehr für das, was nicht gesagt wird, als für das, was wir davon sehen.

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  2. Herba schreibt:

    Damit rechne ich eigentlich auch, wobei der Verkäufer dagegen ja vorgehen kann, weil das eine Verletzung seines Urheberrechts bedeutet…zumindest hier in Deutschland wäre das so.

    Nicht unbedingt eine Diskussion, aber eben schon die vorherschende Meinung, daß man das boykottieren sollte.

    Wie gesagt: Ich hatte Glück, der junge RA treibt mich nicht zu irgendwelchen Blindkäufen an….aber wer weiß, was ich als nächstes anstelle 😉

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  3. diepoe schreibt:

    Mein neuer Lieblingsspruch, den ich irgendwo bei facebook als Kommentar gelesen habe: Das Leben ist keine Pony-Lasagne!
    Ich denke, dass du die abstrusesten Preise verlangen kannst so lange du die richtige Fangruppe vor dir hast. Schau dir nur mal alle an, die nur Apple-Produkte kaufen, die können dann auch kosten, was sie wollen. Oder wie heißen diese Schuhe mit der roten Sohle? etc….

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  4. Herba schreibt:

    DEN find ich gut 😆

    Ja, das glaub ich auch….aber neben Leuten, die z.B. Unsummen für ein paar Schuhe ausgeben fühl ich mich immer so herrlich normal 😉

    die Schuhe heißen Louboutins

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  5. Servetus schreibt:

    Um seine Rechte geltend zu machen, müßte er aber mit Hilfe eines Rechtanwalts vorgehen. Es wäre auch relativ leicht, eine Kopkie irgendwo außerhalb des Rechtanspruchs zu stellen. Das Ganze effektiv zu verfolgen würde ihm wohl mehr kosten, als er von der Sache verdienen kann. Im Grunde genommen, so bald er seine Sache losläßt, hat er es auch verloren. Deshalb nehme ich an, daß der Preis dafür relative hoch wird, bzw. außerhalb eines vernünftigen Verhältnisses mit dem gelieferten Produkt. (Vgl. z.B. der wahnsinnige Preis für die Fault Ausgabe.)

    Auch ich fand das Vorspielen der Naïvität beim Produzenten etwas nervig; auch ich habe mich gefragt, was RA jetzt wohl meint dazu. Dennoch wird das vermutlich eine sehr interessante Quelle über seine Entwicklung als Kunstler, und ich habe ein relativ niedriges Bedürfnis, ihn irgendwie zu verteidigen. Er war damals Erwachsener, und wusste was er tat, und was daraus werden könnte (und hat auch wohl darauf gehofft, auch wenn seine Hoffnung damals nicht realisiert wurde). Da sich die Kosten dieses ganzen Fanabenteuers für mich immer noch unter $1,000 US über 3 Jahren halten, habe ich noch kein Bedenken meinerseits.

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  6. Herba schreibt:

    Ja sicher. Und vielleicht fühlt er sich ja sogar geschmeichelt, wenn sein erstes Regiewerk Piraterie zum Opfer fällt 😉

    Mmmmh, inwieweit RA damit ein Problem haben könnte, kann ich nicht einschätzen, aber da es ja kein privates Video ist, habe ich da auch wenig Mitleid…..da muss er nun durch. Und der Trailer sah doch eigentlich für so eine Erstlingsproduktion ganz professionell aus

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  7. diepoe schreibt:

    woher weißt du, wie diese schuhe heißen????

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  8. Herba schreibt:

    Als alte Fashionista weiß man sowas….und wenn man dann noch partiell gebildet ist 😉

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  9. diepoe schreibt:

    hihi, auch wieder wahr 🙂

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  10. nettebuecherkiste schreibt:

    Ach, darum ging es? Ich hab das nur so am Rande mitgekriegt, weil ein anderer Schauspieler irgendwie ne Wette wegen der 1000 Likes abgeschlossen hatte… Hab das aber nicht weiter verfolgt, so ein Käse. Man kann ja einen Schauspieler gut finden, aber das ist doch gewaltig übertrieben… Zu den Gewinnspielen: Sowas kann mal ja MAL machen, ich hab sogar letztens selbst an einem Teil genommen und auch was gewonnen, aber da ging es definitiv nicht um neue Abonnenten oder Likes, sondern um einen überzähligen Fanartikel, würde jetzt zu weit führen, das zu erklären. Ich hab sowas noch nicht gemacht und hab auch nicht vor, sowas künftig zu veranstalten. Außer dass ich wahrscheinlich an dieser Aktion zum Welttag des Buches teilnehmen werde, das find ich dann wieder gut. Aber ansonsten will ich nur Leser, die meine Beiträge auch lesen, bin also ganz deiner Meinung 🙂 LG Anette

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  11. Herba schreibt:

    Ich habe keine Ahnung, ob das dieselbe Aktion war, aber ja, das ist Käse!

    Ich bin auch gar nicht per se gegen Gewinnspiele, aber ich es ist halt nicht so mein Ding, wenn sich sonst nichts anderes abspielt….und dieses Losgedöns mag ich auch gar nicht.

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