Argo

Der Schah hält sich 1979 in den USA auf, um sich dort wegen seiner Krebserkrankung behandeln zu lassen.
Als im Iran bekannt wird, dass die USA dem gestürzten Schah Zuflucht gewährt hat, erstürmen Studenten und Demonstranten die amerikanische Botschaft in Teheran und nehmen 52 Botschaftsangehörige als Geisel.
Der Film beschäftigt sich hauptsächlich mit 6 Amerikanern, die aus der Botschaft fliehen konnten und im Haus des kanadischen Botschafters Zuflucht fanden.
Die iranischen Botschaftsbesetzer wissen nichts davon, doch als die Lage der 6 immer schwieriger wird, entwickelt der CIA-Agent Tony Mendez (Ben Affleck) einen Plan, um sie zu retten. Hilfe bekommt er dabei von zwei alten Hollywood-Haudegen.
Wird der wahnwitzige Plan die sechs Amerikaner als kanadisches Filmteam getarnt außer Landes zu schaffen gelingen?

Ich habe ‚Argo‘ schon vor einiger Zeit gesehen, war aber bis jetzt nicht wirklich in der Lage meine Gedanken dazu aufzuschreiben.

Filme mit geschichtlichem Hintergrund finde ich meist recht spannend, weil sie mich, wenn sie gut gemacht sind, dazu inspirieren, mich näher mit den benutzten historischen Fakten zu beschäftigen.
‚Argo‘ ist das definitiv gelungen, auch weil Originalaufnahmen eingestreut werden und vor allem am Anfang eine beängstigende Atmosphäre schaffen, als viele Menschen vor der amerikanischen Botschaft in Teheran stehen und dafür demonstrieren, dass der Schah ausgeliefert wird.

Fließend ist dann der Übergang zu ‚echten Filmszenen‘, wie die Botschaft gestürmt wird und wie es sechs Botschaftsangehörigen gelingt unbemerkt zu fliehen.
Ben Affleck, der nicht nur die Hauptrolle spielt, sondern auch Regie geführt hat, ist es meiner Meinung nach hervorragend gelungen, die aggressive Stimmung der Iraner und die Angst der Amerikaner einzufangen.

Als dann in den USA die Stürmung der Botschaft bekannt wird und die politische Maschinerie zur Problemlösung anläuft, wurde der Film für mich etwas unübersichtlich, da wahnsinnig viele Personen eingeführt werden, die alle nur kleine Rollen haben und an die man sich als Zuschauer deswegen kaum gewöhnen kann.
Das wird im Verlauf des Films, wenn sich die Handlung mehr auf Mendez bzw. auf die sechs Amerikaner im kanadischen Botschafterhaus konzentriert.

Die sechs Schauspieler, die die geflohenen Botschaftsangehörigen spielen, haben mir recht gut gefallen, vor allem, weil sie die Angst und die Klaustrophobie, die das Eingeschlossensein zur Folge hatte, gut darstellten.

Ben Affleck, zu dem ich ein eher zwiespältiges Verhältnis habe, was seine Filme angeht, hat mir in Argo auch gut gefallen, auch wenn ich den Bart und das Goldkettchen etwas gewöhnungsbedürftig fand, aber in dieser Zeit liefen vermutlich alle so merkwürdig rum 😉

So grotesk es im Zusammenhang mit einer Geisenahme, die länger als ein Jahr dauerte, klingen mag, gibt es im Film aber auch lustige Momente und zwar immer dann, wenn Hollywood in Gestalt von Lester Siegel (Alan Arkin) und John Chambers (John Goodman) ins Spiel kommt.
Die beiden erfahrenen Hollywoodproduzenten helfen Tony Mendez dabei, die Geschichte eines Filmdrehs echt aussehen zu lassen, weswegen das Filmteam angeblich auf Drehortsuche im Iran ist.
Siegel und Chambers spannen sogar die Presse vor ihren Karren und niemand weiß, daß alles nur eine Scharade ist, um eine CIA-Operation abzusichern.

Was mir auch sehr gut gefallen hat, ist wie die Macher Musik eingesetzt haben, um verschiedene Stimmungen des Filmes zu verstärken.

Ein kleiner Kritikpunkt ist der Pathos, der manchmal durchkommt, der aber wahrscheinlich bei amerikanischen Filmen einfach dazugehört und den ich auch schon schlimmer und gehäufter bei anderen Filmen gesehen habe.

Insgesamt ist ‚Argo‘ für mich ein sehenswerter Film, bei dem man stellenweise kleine Abstriche machen muss, was die geschichtlichen Fakten angeht.

Die offiezielle Homepage zum Film

Der deutsche Trailer

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2 Antworten zu Argo

  1. Servetus schreibt:

    Hab‘ es noch nicht gesehen — aber das betrifft so richtig genau die Ereignisse meiner Kindheit. In der fünften Klasse mussten wir Weihnachtsgrüesse an die Geisel in Iran schreiben …

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  2. Herba schreibt:

    Oh, dann sieht man so einen Film sicher noch einmal mit ganz anderen Augen.

    Ich wußte nur grob das es passiert ist, aber mehr nicht, von daher war das Anschauen wirklich spannend für mich, aber auch sehr bewegend, weil ich es immer wieder erschreckend finde, was Menschen sich gegenseitig antun 😦

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