Satans Erbe von John Maylynn

1190, Frankreich:
Ein Schreiber findet in der Bibliothek seines Herren ein dünnes Pergament, das besser für immer dort verborgen geblieben wäre…
1448, Schweiz:
Eine Burg wird überfallen und alle Bewohner getötet. Nur ein Knecht kann mit einem wertvollen Gegenstand entkommen…
1955, Deutschland:
Die Mutter eines kleinen Jungen stirbt und er bleibt allein mit seinem Vater zurück, der als Restaurator arbeitet und nun mit seinem Sohn von einer Stadt zur nächsten zieht und ihm so den Boden unter den Füßen nimmt…
1974, Australien/Schweiz:
Benni von Felthen, ein junger gut situierter Aussteiger, reist an Weihnachten nach Hause in die Schweiz, um die Feiertage mit seiner Familie zu verbringen und den Weihnachtsmann für die vierjährigen Zwillinge seines Bruders zu spielen. Doch eine Katastrophe bricht über die Familie herein, als Bennis Eltern spurlos verschwinden…
2008, Schweiz:
Elisa, eine junge Frau wird seit 10 Jahre in einer luxuriösen, psychiatrischen Privatklinik behandelt, nachdem man sie schwer misshandelt und traumatisiert als kleines Kind fand. Sie spricht kein Wort und vegetiert nur vor sich hin, doch ein Brief reißt sie aus ihrer Isolation…
Was verbindet all diese Menschen über die Zeit miteinander?

John Maylynn hat mit ‚Satans Erben‘ einen Mix aus Thriller und Drama mit historischen Elementen geschaffen, der stellenweise sehr aufwühlend und bewegend ist und bei dem die Fakten über Satanismus und Misshandlungen gut recherchiert zu sein scheinen.
Seine Personen sind liebevoll gezeichnet und die Wortwahl in den Dialogen wird immer etwas den verschiedenen Handlungsorten und -zeiten angepasst, was dem Ganzen noch mehr Glaubwürdigkeit verleiht.
Trotz des flüssigen Schreibstils fand ich es am Anfang recht schwer in die Geschichte einzusteigen, was vor allem an den ständigen Zeitsprüngen lag und man auch noch nicht genau weiß, wohin das Ganze führen wird.
Ab circa der Hälfte des Buches wird dann vieles klarer und Maylynn führt gekonnt die einzelnen Handlungsstränge und Zeitebenen zusammen.
Leider blieben mir einige der Personen – zum Beispiel Lisa – zu blass und zu unbeteiligt und Kleinigkeiten waren mir nicht auserzählt genug, was dazu führte, dass ich mich am Ende des Buches fragte, worauf der Autor mit manchem hinauswollte.
Gerade über den geheimen Kult hätte ich mir mehr Aufklärung erwartet.
Oder auch die Ursache für Arnos Wutanfälle und Schuldzuweisungen wäre interessant gewesen.
War er nun krank?
Vom Teufel beseßen?
So stark durch den Verlust traumatisiert, dass er immer wieder ausrastet?
Man weiß es nicht und man wird leider auch nicht wirklich aufgeklärt.
Insgesamt ist ‚Satans Erbe‘ für mich ein Buch mit einer guten Idee, die an manchen Stellen griffiger und aussagekräftiger ausgearbeitet gehört hätte, um stärker und spannender zu wirken.

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