Ein plötzlicher Todesfall von J.K. Rowling

In der idyllischen englischen Kleinstadt Pagford stirbt ganz überraschend das Gemeinderatsmitglied Barry Fairbrother mit Anfang Vierzig an einem Aneurysma.
Durch seinen Tod wird nun ein Platz im Gemeinderat frei und durch die Rangelei um diesen Platz treten einige tiefe Risse in der Dorfgemeinschaft zu Tage, die nicht recht ins Bild des beschaulichen Städtchens passen wollen.
Als dann auch noch der Geist von Fairbrother auf der Homepage des Gemeinderats böse Nachrichten zu den einzelnen Bewerbern und Mitgliedern des Gemeindesrats hinterlässt, gerät die vermeintlich heile Welt für einige der Dorfbewohner vollends aus den Fugen.

‚Ein plötzlicher Todesfall‘ war nicht mein erstes Buch von Rowling. Ich habe ihre Harry-Potter-Reihe komplett gelesen und mochte sie auch.
Ihren ersten Erwachsenenroman hätte ich mir selbst erst einmal nicht gekauft, weil mir der Wirbel darum zu groß war, aber ich habe das Buch geschenkt bekommen und dann auch recht schnell gelesen, weil ich Lust auf einen Krimi hatte und irgendwo irgendwas von ‚Rowlings Krimi‘ gelesen hatte.
Wie irgendjemand darauf kommt dieses Buch unter Krimi einzuordnen, ist mir schleierhaft und so bekam ich keinen Krimi, sondern eine Milieustudie, die aber durchaus zu fesseln vermag.
Die Geschichte entwickelt sich langsam und ohne extremen Spannungsbogen, hat mich aber trotzdem dazu gebracht, wissen zu wollen, was in Pagford passiert.
Die Sprache von Rowling, in der sie dieses Buch geschrieben hat, ist recht einfach und stellenweise etwas derb, aber immer passend und flüssig zu lesen.
Rundum sympathische Figuren habe ich für mich keine entdeckt, aber alle sind menschlich und haben ihre Schwächen, manche mehr, manche weniger.
Für mich ist das auch der größte Unterschied zu Rowlings anderen Büchern.
Es handelt von richtigen Menschen, mit richtigen Problemen und den Sorgen des Alltags. Stärker könnte der Bruch zu Harry Potter nicht sein, aber ehrlich gesagt hätte es mich persönlich mehr ‚gestört‘ wenn die Autorin im Fantasy Fahrwasser geblieben wäre, statt etwas komplett Neues auszuprobieren.
Was mir nicht so gefallen hat, war das für mich etwas überhastete Ende und das Verhalten bzw. die Entwicklung von manchen Figuren, die ich nicht ganz nachvollziehen konnte oder wo mir einfach ein paar Informationen gefehlt haben.
Insgesamt ist ‚Ein plötzlicher Todesfall‘ für mich ein Buch, dem man durchaus eine Chance geben sollte und das mich unterhalten hat.
Wenn man allerdings den Zauber der Harry-Potter-Reihe wiederfinden möchte und mit Milieustudien nichts anfangen kann, sollte man vermutlich besser die Finger davon lassen.

Die offizielle Homepage der Autorin

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8 Antworten zu Ein plötzlicher Todesfall von J.K. Rowling

  1. Caledonia schreibt:

    Ich schleiche schon ne Weile um dieses Buch herum. Geht es in die Richtung „Agatha-Christie-Krimi“ oder ist es ganz anders?

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  2. Herba schreibt:

    Es ist überhaupt kein Krimi, sondern eine Milieustudie über eine Kleinstadt, deren Menschen und die Probleme dort

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  3. Caledonia schreibt:

    Hmm, Milieustudie sagt mir jetzt nicht so viel bzw. damit kann ich jetzt nicht so viel anfangen

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  4. Tintenelfe schreibt:

    Kaufen werde ich mir das Buch auch nicht, aber wenn ich es mal in der Bücherei ergattere, dann werde ich es sicher noch lesen. Neugierig bin ich ja schon, auch wenn es dem Hype scheinbar nicht gerecht wird. Ich habe eigentlich bisher hauptsächlich Rezensionen gelesen, die so in Deine Richtung gehen.
    Liebe Grüße von der Tintenelfe

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  5. Herba schreibt:

    Ich glaube, daß einfach viele Menschen falsche Vorstellungen von dem Buch haben, teils weil es so anders als ihre anderen Bücher ist, teils weil da bei der Werbung so einiges schief gelaufen zu sein scheint…wie man bei diesem Buch dazu kommt als Krimi dafür zu werben, werde ich nie verstehen.

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  6. Herba schreibt:

    DIe Autorin beleuchtet das Leben in einer Kleinstadt und kritisiert ein Stück weit die Gesellschaft. Es geht um Heuchelei, Kleinstadtpolitik und zwischenmenschliche Beziehungen

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  7. Phönix schreibt:

    Vielleicht weil (zumindest) ein Toter drin vorkommt? 😉

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  8. Herba schreibt:

    der stirbt allerdings eines natürlichen Todes *AmKopfKratz*

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