(Buch-)Reihen….

…und wieso ich sie nicht wirklich gerne mag!

Ich weiß gerade nicht, ob ich hier schonmal erwähnt habe, dass ich eigentlich Buchreihen ganz und gar nicht mag, aber Freunde von mir dürfen sich das öfter anhören.

Ein Grund dafür ist meine Ungeduld.
Wenn mir ein Buch gefallen hat, möchte ich gerne gleich weiterlesen und nicht erst in fünf Jahren wenn der Autor dann evtl die Forsetzung mal fertig hat.

Ein weiterer Grund ist die tiefe Abneigung gegen Cliffhanger.
Ich HASSE Cliffhanger (auch bei Serien), zumindest wenn ich Leser bin. Wenn ich selber schreibe kann ich den Reiz von Cliffhangern durchaus nachvollziehen

Noch ein Grund für meine Abneigung gegen Serien ist die Unsitte von deutschen Verlagen die Reihen erstens nicht in der richtigen Reihenfolge zu übersetzen und zweitens nicht auf die Bücher zu schreiben, dass es sich dabei um Band 125 einer Reihe handelt.
Nichts ist schlimmer als ein Buch zu lesen, bei dem man ständig das Gefühl hat, dass einem irgendetwas entgangen ist, nur um dann festzustellen, daß es Band 5 einer Reihe ist.

Auch schön ist die Aussage ‚Das kannst Du ruhig lesen, die Geschichten sind in sich abgeschlossen‘, denn hier kommt wieder meine Neugierde zum Tragen.
Reihen sind ja meist durch eine gewisse Rahmenhandlung verbunden und egal, ob die diese Handlung sich wie ein roter Faden durch die Bände zieht oder nur mit zwei Sätzen auf 300 Seiten erwähnt wird – ich will es wissen!

Auch doof bei Reihen ist, dass ich irgendwann den Anschluss verpasse und mich nach drei Jahren, wenn ich feststelle, daß schon weitere Bände erschienen sind, nicht mehr an die Handlung der Vorgängerbände erinnern kann.

Der letzte wichtige Grund für meine Abneigung gegen Reihen ist die Unendlichkeit mit denen manche Autoren ihre Reihen ausstatten.
Reihen, die eigentlich nur auf drei Bände ausgelegt warden, werden bei Erfolg weiter und weiter gesponnen und das geht früher oder später einfach zu Lasten der Qualität.

Die meisten dieser Gründe treffen auf die erste laufende Buchreihe, die ich gelesen habe, zu:
Die Inspektor-Lynley-Romane von Elizabeth George.
Als ich damit anfing, gab es schon drei oder vier Bücher der Reihe, die mich total gefesselt haben. Dann war ich damit durch und mußte leider warten…und warten….und warten, bis dann der nächste Band erschien.
Irgendwann habe ich den Anschluss verpaßt und als ich dann wieder einstieg, fand ich den neuesten Fall einfach nur schlecht und Elizabeth George hat mich als Leserin verloren.
Sie wird das sicher verschmerzen können 😉 aber ich bedaure das sehr, den ich mag eigentlich ihren Stil zu schreiben und auch die Kriminalfälle fand ich meist sehr spannend…
Zum Glück kann ich mich in diesem Fall mit der tollen Fernsehserie trösten, die im deutschen Fernsehen auch rauf und runter wiederholt wird.
Ich freue mich wirklich immer Inspector Lynley (Nathaniel Parker) und seine Assistentin Barbara Haversc (Sharon Small) zu sehen.
Am 16.9. bringt ZDFneo übrigens den Fall „Und vergib uns unsere Schuld“ (mit Richard Armitage in einer Nebenrolle)

So, nun wißt ihr also wieso ich ab und an evtl mal über Reihen schimpfe…..trotzdem lese ich gerade irgendwie sehr viele Reihen und mag einige davon auch wirklich gerne.
Als Buchwurm kommt man einfach nicht an ihnen vorbei.
Trotzdem würde ich mir wünschen, daß Autoren wieder mehr Einzelwerke schreiben!
Und Cliffhanger braucht sowieso kein Mensch!!!! 😉

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12 Antworten zu (Buch-)Reihen….

  1. servetus schreibt:

    I *like* book series but I agree with you about George. Her first six or seven books were good and after that it was like her editor stopped giving her tips. They got longer and looser and more confusing and I lost track of why I even cared about the series regulars.

    I also agree with you about the German presses. I started reading Scandinavian mystery novels in German because they weren’t being translated into English — and then I’d discover that the only one (or two) available in German were out of sequence in the series. Extremely annoying.

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  2. Herba schreibt:

    Yes, exactly. For me the weirdest one (and the last one I read) was ‚A Place of Hiding‘.

    Annoying and absolutely stupid. I don’t know why but they do this on regular basis

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  3. Tintenelfe schreibt:

    Meine Rede, Du sprichst mir aus dem Herzen!
    Ich habe dieses Jahr so viele erste Teile von Trilogien gelesen, dass ich schon für die nächsten Jahre festgelegt bin, was ich lesen werde. Ist das nicht ätzend? Ich war auch mal in einem Bücher-Serien-Lesekreis. Als ich dann mal alle angefangenen Serien aufgelistet hatte, war ich so schockiert, dass ich da ausgestiegen bin.
    Mit Elizabeth George geht es mir ähnlich wie Dir, wenn nicht noch schlimmer: Ich habe vielleicht 10 Teile gelesen und die folgenden sogar noch gekauft, komme aber gar nicht mehr dazu, sie zu lesen. Noch dazu, dass ich irgendwie mitbekommen habe, dass eine der Hauptfiguren streben wird. Nun habe ich gleich gar keine Lust mehr.

    Herzliche Grüße von der Tintenelfe

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  4. Herba schreibt:

    Ja, das ist echt schlimm.
    Ich meine es ist schön, wenn Autoren mehr Zeit haben Figuren zu entwickeln, aber daß man als Leser das Gefühl hat, es gibt nur noch Reihen ist wirklich ätzend!

    Und von Elisabeth George bin ich wirklich mehr als enttäuscht. Hätte sie lieber mal ihre Kreativität in neue Figuren gesteckt, statt eine zugegebenermaßen erfolgreiche Serie endlos weiter zu spinnen.

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  5. Tintenelfe schreibt:

    Ich „spendiere“ seit einigen Jahren in einem Forum ein „Wunschwanderbuch“.
    Bedingung ist immer „aus dem Bereich Fantasy/Science Fiction“ (ist so entstanden) und „nicht Teil einer Reihe“ (da ich es doof finde, wenn man sich dann Folgebände kaufen müsste).
    Es wird jedes Jahr schwerer, etwas für die Abstimmungsliste zu finden, dafür entdecken wir aber auch so manches „Schätzchen“. Es kommt aber auch vor, dass später dann doch ein zweiter oder gar dritter Teil erscheint.

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  6. Herba schreibt:

    Das kann ich mir vorstellen.
    Weißt Du,ich verstehe ja auch die Autoren. Reihen, die beliebt sind, sind mehr oder weniger erstmal eine sichere EInnahmequelle, weil die Fans sie eben kaufen, aber so langsam nervt es, daß wirklich quasi jeder mit einer Reihe um die Ecke kommt *grummel*

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  7. servetus schreibt:

    Weiter: ich konnte irgendwann nicht mehr ausstehen, wie gemein George zu Havers — ihre eigene Schöpfung — war. Willkürliche Ausnutzung.

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  8. Herba schreibt:

    Ja, Havery hätte irgendwann wirklich ein bißchen privates Glück verdient!
    Ich habe ja immer davor gezittert, daß sie irgendwann mit Lynley im Bett landet. Das hätte ich persönlich total schrecklich gefunden

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  9. servetus schreibt:

    ich hätte es einfach (von Lynleys Seite gesehen) völlig unwahrscheinlich gefunden; seine Zuneigung hätte seine Klassenvorurteile nie besiegt. Dennoch fand ich Georges Betonung darauf (immer wieder), daß Havers zu häßlich, unorganisiert, dick, emotional schwach, und unselbstbewußt war, um je irgendeinen Liebehaber bzw. die Liebe zu finden, nicht mehr erträglich. Als ob nur die Schönen in unserer Welt Beziehungen finden. Als sie Havers mit dem Pakistani (?) zusammengebracht hatte, dachte ich, ok, endlich was für Havers, aber das hat George für Havers auch unmöglich gemacht.

    Nebenbei fand ich Georges Vorurteile gegen nicht makellosen menschlichen Körper auch nicht mehr erträglich. Ich hörte auf ihre Bücher zu lesen bzw. zu kaufen, als sie einen Roman damit anfangen ließ, daß eine dicke Frau von einem Auto umgebracht wurde, weil die Frau zu dick war, um aus dem Weg zu gehen.

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  10. Herba schreibt:

    Ja, das denke ich auch. Lyley hätte nie etwas mit Havers angefangen. Auch wenn er ihr eine geiwsse Sympathie entgegenbringt.
    Die Betonung von Havers Schwächen gingen mir auch auf den Keks, vor allem weil die Autorin immer ansetzt und der Leser denkt: Wow, nun geht es aufwärts (wie die Storyxline mit dem Pakistani, die du erwähnst) und dann holt sie wieder zum Tiefschlag aus und Havers liegt wieder am Boden.
    Das ist in der englischen Fernsehserie besser gelöst, finde ich. Sie haben sich natürlich nicht ganz von der Buchvorlage entfernt, aber die Tiefschläge werden nicht ganz so thematisiert.

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  11. servetus schreibt:

    in fanfic ist es immer ein Problem, wenn die Verfasser die Hauptpersonen zu sehr liebt; bei George war es ein Problem, daß sie anscheinend Havers so sehr haßte, besonders weil die Bücher gerade nicht als Melodramen (is that a word?) vorgesehen waren.

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  12. Herba schreibt:

    Oh ja, das stimmt.
    Dafür scheint George Lyley zu gern zu haben, zumindest kam mir das teilweise so vor. Denn der kann tun und lassen was er will.
    Ja Melodram ist ein Wort – dein Deutsch ist ausgezeichnet!

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