Zu Gast im eigene Leben von Martell Beigang

Der Musiker Ben liebt es Musik zu machen, aber gerade hat er die Nase gestrichen voll von seinem Job.
Das Drumherum aus billigen Hotels, Künstleragenturen und Kunden, die die ausgemachte Gage nicht zahlen wollen, nervt ihn einfach tierisch an und so beschließt er, einen Neuanfang zu starten.
Aber das erweist sich als gar nicht so einfach, wenn die ehemaligen Bandkollegen einen nicht verstehen und das Herz immer noch an Tine hängt, der Exfreundin, die Ben von heute auf morgen verlassen hat und seitdem abgetaucht ist.
Wird es Ben trotzdem gelingen, sein Leben neu zu ordnen?

Der Autor Martell Beigang ist selber Musiker und das merkt man seinem Roman in jedem Satz an. Sowohl die Begeisterung für die Musik, als auch der Frust über so manche Begleiterscheinung, mit der man als Berufsmusiker zu kämpfen hat, scheinen immer wieder durch.
Aber nicht nur das macht diesen Roman zu etwas besonderem. Auch der sympathisch verpeilte Hauptcharakter Ben, der weiß, dass er etwas ändern möchte und sich Hals über Kopf in diese Veränderungen stürzt und die großartige Sprache, in der der Roman geschrieben sind, haben mir sehr gut gefallen.
Beides passt hervorragend zum Konzept der Geschichte.
Die Sprache wirkt nie aufgesetzt oder zu gestelzt, vor allem, weil zwischendurch auch mal geflucht werden darf.
Die Verzweiflung, mit der Ben seine Exfreundin Tine finden und zurückerobern möchte, ist ebenso glaubhaft beschrieben, wie Bens Konflikt, sich von seinem Traum als erfolgreicher Musiker durch die Welt zu touren, lösen zu wollen.
Gerade Bens Wunsch etwas Neues zu tun, führt dazu, dass es Streit mit seinen Freunden gibt, die einfach nicht verstehen können wieso er dieses Leben aufgeben will.
Dass Ben trotzdem sein Ding durchzieht und sich auch von Spott nicht abbringen lässt, macht ihn nochmal sympathischer.
Die restlichen Figuren des Romans sind eher Randfiguren, aber vor allem Bens Freund und Bandkollege Greg, der ihm dabei hilft Tine zurückzuerobern, fand ich sehr sympathisch und die Aktionen der beiden haben mich beim Lesen sehr oft zum Schmunzeln oder zum Lachen gebracht.
Tine blieb für mich leider etwas blass und auch ihre Motive Ben zu verlassen und ihrem bisherigen Leben komplett den Rücken zu kehren, hätte ich mir etwas detaillierter geschildert gewünscht, aber das ist wirklich nur ein kleines Manko, das der Autor mit dem Ende mehr als wett macht.
Insgesamt ist ‚Zu Gast im eigenen Leben‘ ein wunderschönes, versponnenes Buch, das ich sehr gerne gelesen habe und dessen Autor Martell Beigang ich sicher im Auge behalten werde.

Dieses Buch wurde mir von Blogg Dein Buch bzw vom Schardt Verlag zur Verfügung gestellt – vielen Dank!
Kaufen kann man die Druckausgabe hier und das ebook hier.

Martell Beigang beim Schardt Verlag
Martell Beigang bei Infinite Music
Martell Beigang in der deutschen Wikipedia

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3 Antworten zu Zu Gast im eigene Leben von Martell Beigang

  1. Da sieht man wieder, wie unterschiedlich die Geschmäcker sind. Für mich hatte das Buch zu wenig Tiefgang, Ben hat nichtssagende Gespräche geführt und mir fehlte ein Spannungsbogen. Von dem Buch hatte ich mehr erwartet.

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  2. Herba schreibt:

    Hallo und danke für den Kommentar.
    Ja, Geschmäcker sind definitiv sehr unterschiedlich und hängen vermutlich auch von Dingen wie Lebensumständen, etc. ab

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  3. Auch das ist richtig und kann nicht von der Hand gewiesen werden. Wir ändern uns alle im Laufe des Lebens und damit auch unsere Einstellungen.

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