Angelus von Danielle Trussoni

Die junge Nonne Evangeline führt in einem amerikanischen Kloster ein ruhiges Leben im Kreise ihrer Schwestern als eines Tages ein gewisser Paul Verlaine per Brief anfragt, ob er Archiv des Klosters einsehen kann.
Solche Anfragen werden standardmäßig von Schwester Evangeline im Auftrag der Mutter Oberin negativ beantwortet, doch Paul läßt nicht locker und taucht einfach im Kloster auf.
Als er und Evangeline sich treffen, geraten sie in einen uralten Kampf zwischen Angelologen (Engelsforschern) und den gefallenen Engeln, die mächtig, aber unentdeckt zwischen den normalen Menschen leben.
Was hat Evangelines tote Mutter Angela Valko und ihre Großmutter Gabriella Levi-Valko mit diesem Kampf zu tun?
Und welche Ziele verfolgt Pauls Auftraggeber Percival Grigori?
Werden Evangeline und Paul zusammen das Rätsel lösen und die Menschheit vor den gefallenen Engeln beschützen können?

Ich hatte mich vor diesem Buch noch nie wirklich mit dem Thema Engel beschäftigt und vermutlich eine ziemlich alltägliche Vorstellung, wie Engel auszusehen und zu sein haben.
Die Engel im Roman von Danielle Trussoni haben zwar Flügel, sind aber ansonsten nicht besonders engelhaft. Als kalte, emotionslose Geschöpfe, die nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind, hat sie die Autorin erschaffen.
Durch eine mysteriöse Seuche, die bei den erkrankten Engeln die Flügel zersetzt, sind sie gezwungen ein Gegenmittel zu finden und müssen gleichzeitig gegen ihre alten Feinde, die menschlichen Angelologen kämpfen.
Die Idee fand ich sehr spannend und das Buch ist mit vielen wissenschaftlichen Bemerkungen angereichert und auch in einem anspruchsvollen Ton geschrieben, sodass man sich beim Lesen schon konzentrieren muss.
Natürlich ist es trotz allem ein Unterhaltungsbuch und diesen Auftrag hat es bei mir auch erfüllt.
Die Dezimierung und Zerrissenheit der Angelologen mit den Wirren des Krieges zu erklären und als Schauplatz der Rückblenden Europa zu wählen (der Roman spielt ansonsten in der Gegenwart und in den USA) gibt dem Roman irgendwie ein gewisses Flair, was mir auch sehr gut gefallen hat.
Was mir ein bißchen gefehlt hat, war eine Hauptperson, die ich zu hundert Prozent sympathisch finden konnte. Leider war mir Evangeline etwas blass und auch Paul hat seine Defizite.
Vielleicht wäre es manchmal besser gewesen, weniger wissenschaftlich und dafür mit mehr Herz zu erzählen.
Trotz dieser Defizite oder vielleicht gerade deswegen hoffe ich, daß Frau Trussoni irgendwann eine Fortsetzung schreibt und die Geschichte ihrer gefallenen Engel weitererzählt!

Danielle Trussoni bei Droemer Knaur
Die englischsprachige Homepage von Danielle Trussoni
Die englische Homepage zum Buch

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7 Antworten zu Angelus von Danielle Trussoni

  1. fleischfee schreibt:

    Hört sich ein bisschen an, wie bei Dogma oder Supernatural und diese extrem in eine bestimmte Materie eingreifenden Romane finde ich nämlich echt oft sehr anstrengend. Zumindest ging es mir bei Cupido etc. so! Da fühlte ich mich nämlich als hätte man erst ein Jurastudium absolvieren sollen.

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  2. Herba schreibt:

    Mmmmh, so schlimm war es jetzt nicht, aber die Sprache war nicht ganz so schlicht und ist nicht unbedingt zum Entspannen geeignet

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  3. fleischfee schreibt:

    Na dann ist ja gut! Also kann ich es wohl lesen ohne mich zu ärgern?

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  4. Herba schreibt:

    da ich die anderen Bücher nicht kenne, kann ich das nicht wirklich beurteilen….und bevor du mich dann ahust, weil du es blöd fandest… 😉

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  5. fleischfee schreibt:

    Ich würde Dich niemals hauen, liebes! 🙂

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  6. Herba schreibt:

    DAS ist sehr beruhigend 🙂

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  7. fleischfee schreibt:

    🙂

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