Gargoyle von Andrew Davidson

Der circa 35 Jahre alte Ich-Erzähler liegt nach einem Autounfall mit schweren Verbrennungen im Krankenhaus. Er war zugekokst und betrunken durch eine Leitplanke gekracht, hatte sich entzündet und wurde nur dadurch gerettet, daß das Auto schließlich in einem Bach landete und das Wasser das Feuer löschte.
Seine Prognose ist mehr als schlecht, die Verbrennungen sind extrem schwer.
Wie durch ein Wunder überlebt er jedoch und als er sich auf einer Verbrennungsstation immer wieder Operationen unterziehen muss und die Ärzte an seiner Reha arbeiten, malt er sich nur aus, wie er sich umbringt, wenn er soweit ist, daß er aus dem Krankenhaus entlassen werden kann.
Der ehemalige Pornodarsteller und Produzent mit dem ehemals wunderschönen Gesicht, dem die Frauen zu Füßen lagen, kommt nicht mit seiner Entstellung zurecht, denn seine Schönheit war das einzige, was ihm nach dem frühen Tod seiner Eltern und der schweren Kindheit, die er zuerst bei Onkel und Tante und dann im staatlichen Pflegesystem verbrachte, Sicherheit gab.
Dann taucht plötzlich Marianne Engel an seinem Krankenbett auf.
Sie ist Bildhauerin, die vor allem Gargoyles herstellt und Patientin auf der psychatrischen Abteilung der Klinik und behauptet, daß sie den Ich-Erzähler aus einem früheren Leben kennt.
Nach und nach erzählt Marianne ihm die Geschichte ihrer, wie sie meint, lange zurückliegenden Liebe.
Sie war im 14. Jahrhundert Nonne im Kloster Engelthal, wo sie als Findelkind mit einer angeborenen Begabung Sprachen zu verstehen aufwuchs.
Er war ein Söldner, der schwer verwundet und verbrannt ins Kloster gebracht wurde und den Marianne wie durch ein Wunder heilen konnte. Die beiden verliebten sich ineinander und verliesen zusammen das Kloster, um in Mainz ein neues Leben zu beginnen. Leider meint es das Schicksal nicht gut mit ihnen, doch nun hat Marianne ihre große Liebe wiedergefunden und hilft ihm zurück ins Leben.
Werden die beiden für immer zusammen bleiben?

Zuerst einmal muss ich sagen, daß das Buch komplett anders war, als ich es mir vorgestellt hatte.
Erwartet hatte ich eine Liebesgeschichte, die durch den Bezug zu den Gargoyles irgendwie fantastisch oder mystisch angehaucht ist.
Nun ja, eine Liebesgeschichte habe ich bekommen, aber außer der Vorstellung, der immerwährenden Liebe von zwei Seelen, war nicht sonderlich viel Fantastisches in dem Roman zu finden.
Ich brauchte ein bißchen um mich an den Schreibstil zu gewöhnen und auch Ich-Erzähler sind eigentlich nicht so mein Ding, aber nach ungefähr 100 Seiten war ich dann in der geschichte drin, die sprachlich sehr schön geschrieben ist.
Marianne erzählt dem Verbrennungsopfer nicht nur die Geschichte ihrer Liebe, sondern auch die Sage des ersten Gargoyles und andere Liebesgeschichten, in denen Liebe alles überwindet oder wo einer sich für den anderen aus Liebe opfert.
Diese Geschichten machen das Buch zu etwas Besonderem und geben dem Buch eine schöne Note.
Der Ich-Erzähler ist am Anfang nicht sonderlich sympathisch, gewinnt aber mit der Zeit in meinen Augen. Marianne konnte ich als Figur nicht so recht greifen und das hat sich bis zum Ende auch nicht geändert.
Die Nebenfiguren, von denen es nicht so viele gibt, waren alle sehr gut und sympathisch gezeichnet.
Für mich war das Buch wie gesagt anders, als ich es mir vorgestellt hatte und wenn ich gewußt hätte, was mich erwartet, hätte ich es vermutlich nicht gekauft, aber es war trotzdem keine Zeitverschwendung und ich kann es Leuten, die komplizierte, tragische Liebesbeziehungen mögen wirklich empfehlen.

Die deutsche Homepage zu Gargoyle

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