J. Edgar

Clint Eastwoods Film beginnt mit Leonardo DiCaprio als altem J. Edgar Hoover, der sein Leben in Rückblicken erzählt.
Als zur gleichen Zeit mehrere Bombenanschläge auf prominente Gesetzeshüter, unter anderem auch auf Hoovers Chef Mitchell Palmer, verübt werden, ist das für den jungen Mann ein Schlüsselerlebnis.
Der Mann, der von einer extrem ehrgeizigen Mutter großgezogen wurde, treibt seine Karriere voran und will gegen Bolschewisten, die für die Attentate verantwortlich sind, hart vorgehen.
Mit der Verhaftung der Anarchistin Emma Goldman, die die Aussage verweigert, daraufhin ausgewiesen wird und damit einen Präzedenzfall schafft, damit politische Gegner ausgewiesen werden können und erfolgreichen Razzien, macht er sich innerhalb der Bundesanwaltschaft einen Namen.
Als sein Chef entlassen wird, wird ihm die Aufgabe angeboten, Palmer zu ersetzten. Hoover krempelt alles um und gründet letztlich das FBI.

Di Caprio stellt den einzelgängerischen Hoover, der einerseits als Sinnbild für Gesetzestreue und Rechtschaffenheit stand und andererseits herrsch- und kontrollsüchtig und auch rassistisch war, überzeugend dar. Immer wieder blitzt aber auch Verletzlichkeit und die Defizite beim Umgang mit anderen Menschen auf.
Die Abhängigkeit von seiner Mutter (Judi Dench) und die vertrauensvolle Beziehung zu seiner Sekretärin Helen Gandy (gespielt von Naomi Watts) wird ebenso thematisiert, wie die vermutete homosexuelle Beziehung zu seinem Stellvertreter Clyde Tolson (Armie Hammer).
Drei Szenen mit Hoover und Tolson waren für mich dann auch mit die eindrucksvollsten des ganzen Films.
Die erste Szene zeigt, wie Hoover Clyde mitteilt, dass er sich verloben will und Clyde daraufhin ausrastet. Er will Edgar nie wieder sehen und schlägt ihn. Hoover lenkt ein und die Verlobung ist vom Tisch.
Die zweite Szene spielt am Ende des Films, als Edgar mit Clyde beim Abendessen sitzt und Clyde ihm vorwirft in seiner Biographie übertrieben und auch gelogen zu haben.
Die Unterhaltung führt zu einer Liebeserklärung von Edgar an Clyde und läßt die Tatsache, dass Hoover am Morgen darauf tot in seinem Schlafzimmer aufgefunden wird und das Abschiednehmen von Clyde noch tragischer erscheinen.

Eastwood hat einen Film mit Licht und Schatten geschaffen, der bis in die Nebenrollen (Josh Lucas, Dermot Mulroney, etc.) hochkarätig besetzt ist.
Ich fand ihn sehr interessant und gut gemacht, allerdings haben mir die Masken, mit denen Di Caprio und Hammer auf alt getrimmt wurden, ganz und gar nicht gefallen, weil sie mir zu unecht aussahen.

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