Die Orangen des Präsidenten von Abbas Khider

In seinem zweiten Roman ‚Die Orangen des Präsidenten‘ erzählt Abbas Khider die Geschichte von Mahdi, einem jungen Iraker, der nach seiner Abiturprüfung 1989 mit einem Freund namens Ali die neue Freiheit feiern will.
Ali hat sich ein Auto geliehen, die beiden fahren los und treffen unterwegs Freunde von Ali, die Mahdi nicht kennt. Bevor er weiß, wie ihm geschieht, wird er verhaftet und verbringt die nächsten zwei Jahre im Gefängnis, wo er immer wieder gefoltert wird.

Das Buch erzählt aber nicht nur von der Zeit im Gefängnis und den Schicksalen der Mitgefangenen, sondern auch in Form von Rückblenden von Mahdis Kindheit, seinen Eltern und seinen beiden Freunden Sami, dem Taubenzüchter und Razaq, dem indischen Übersetzer, die Mahdi viel über das Leben und über Tauben beibringen.
Abbas Khider hat selbst zwei Jahre in einem irakischen Gefängnis verbracht, das Buch hat also durchaus autobiografische Züge.

Obwohl ich Bücher, die aus der Sicht eines Ich-Erzählers geschrieben sind, normalerweise nicht so gern mag, hat mich dieses Buch sehr berührt. Khider erzählt die Geschichte schonungslos, ohne dabei effektheischend brutal zu werden. Die Figuren sind vielschichtig beschrieben. Ich habe mit Mahdi und seinen Zellengenossen mitgelitten und bei dem Gedanken, dass es auf der Welt wirklich solche Orte, wie das im Buch beschriebene Gefängnis gibt, wird mir ganz schlecht!

Der Roman hat mich auf jeden Fall neugierig auf den ersten Roman des Autors gemacht und ich werde ihn sicher im Auge behalten.

Homepage von Abbas Khider

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4 Antworten zu Die Orangen des Präsidenten von Abbas Khider

  1. Beatrix Alfs schreibt:

    Da der Autor in diesem Buch quasi seine eigene Lebensgeschichte bechreibt, denn er selbst hat zwei Jahre in iranischen Gefängnissen verbracht, wird klar, dass er hier die Ich-Erzählperspektive gewählt hat. Ein sehr gutes und vielschichtiges Buch!

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  2. Herba schreibt:

    Hallo Beatrix,
    vielen Dank für den Kommentar.
    Wieso der Autor die Form des Ich-Erzählers gewählt hat, war mir schon klar. Ich mag einfach allgemein diese Form der Erzählung nicht so gerne, das ist aber reine Geschmackssache meinerseits.

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  3. Beatrix Alfs schreibt:

    Hallo Herba,
    erst kürzlich habe ich ein Buch gelesen, das beide Formen in sich vereinte. Einmal die normale Erzählform – und dann gab es gleich zwei Ich-Erzähler. Das war durchaus interessant, denn jede der beiden Personen hat das Geschehen unter einem anderen, eigenen Blickwinkel gesehen!

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